|
Ziele
und Aufgaben im Rahmen der Gemeinnützigkeit
Die Arbeit der FSD hat das Ziel, eine ganzheitliche qualitativ hochwertige
ambulante Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen aller
Altersgruppen zu erbringen. Wir pflegen körperlich erkrankte und
pflegebedürftige und auch sterbende Menschen zu Hause. Wir
geben ambulante Hilfestellungen für Menschen in
seelischen Krisen und bei psychischen Erkrankungen und
Behinderungen. Wir gewähren Unterstützung vor Ort bei
Familien und Jugendlichen in Problemlagen. Der
Geschäftsbetrieb FSD dient der Umsetzung dieser Ziele, ist aber
darauf angewiesen, wirtschaftlich kostendeckend zu funktionieren,
um die Sicherheit der Arbeitsplätze zu gewährleisten
eine Gewinnorientierung ist ausgeschlossen. Dabei verfolgt die Arbeit
der
FSD gemeinnützige Ziele.
Die existentielle Abhängigkeit vom
Prinzip der Kostendeckung und die Notwendigkeit des Einbezugs einer
betriebswirtschaftlich geprägten Blickrichtung machen es
häufig
schwer, eine ganzheitliche Orientierung zu gewährleisten, bzw. dies
gerät zu einem herausfordernden Spannungsfeld. Von daher
gehört
es mit zu den Aufgaben, Strukturen und Bedingungen in den Bereichen von
Pflege und sozialer Arbeit, durch Einwirkung auf die politischen
Entscheidungsgremien die Arbeitsgrundlagen im Sinne dieser Ziele zu
verbessern. Dazu gehört auch die Entwicklung von Zukunftsvisionen
und neuen Ideen für die Gestaltung moderner Pflege und
Sozialarbeit
im öffentlichen Raum.
Klientenorientierung
Im Mittelpunkt des Ansatzes der FSD steht der betroffene Mensch in
seiner häuslichen und sozialen Umwelt in seiner Ganzheitlichkeit.
Klientenorientierung heißt, die Person in ihrer Lebensgeschichte, in
ihrer Lebenswelt und mit ihren ganzheitlichen Bedürfnissen
und
Ressourcen wahrzunehmen, und sie nicht vorrangig über ihre
Krankheit, Behinderung oder psychosoziale Notlage zu definieren. Gerade
die Beziehungsaufnahme im Hausbesuch ermöglicht die
besondere
Wahrnehmung der Lebenssituation des Klienten. Sie erfordert dabei eine
wertschätzende Grundhaltung gegenüber diesem Menschen, der
die
Hilfe in Anspruch nimmt und dabei in seine Privatsphäre Einlaß
gewährt. Im Arbeitsbündnis mit den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern der FSD bestimmt der Klient den Auftrag selbst mit. Dabei
fördern wir die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit des
Klienten.
Arbeitsprinzipien und -haltungen
In allen Arbeitsbereichen steht die Beziehungsarbeit im Mittelpunkt.
Als Teil sowohl der pflegerisch-medizinischen oder der
soziotherapeutisch-psychiatrischen als auch der sozialarbeiterischen
Behandlung und Betreuung ist sie ein wesentlicher Faktor zur
Herstellung
von Gesundheit und Zufriedenheit. Achtung und Akzeptanz des
Gegenübers gilt dabei als allererstes humanistisches
Prinzip.
Dies erfordert von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer
wieder aufs Neue ein Einlassen auf die anderen Menschen in ihrer
Verschiedenheit, mit ihren Stärken und Schwächen. Es bedeutet
auch eine ganzheitliche Wahrnehmung dieser Menschen in den
unterschiedlichen Bedingungen ihrer persönlichen Geschichte und
ihres sozialen Umfelds, bei der die Erkrankung, die Behinderung, das soziale
Problem nur ein Teil des Ganzen sind. Natürlich wird diese Haltung in
den
einzelnen Arbeitsfeldern unterschiedlich zur Geltung kommen. Aber
sie wird sich in der Auswahl und Ausbildung von Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, bei der Gestaltung des Fortbildungsprogramms usw. gezielt
niederschlagen.
Ein weiteres grundsätzliches Prinzip
bezieht
sich auf die Haltungen der Helfenden zu sich selbst. Wir gehen davon aus,
daß eine gute Hilfe nur dann angeboten werden kann, wenn die
Helfenden selbst in einer guten Balance stehen. Für den Umgang mit
Menschen in körperlichen oder seelischen Krisen und
Krankheitssituationen erfordert dies beim Helfenden eine entsprechende
Bewußtheit über die eigene Situation und die eigenen Anteile
bei den auftauchenden Themen. Aus diesem Bewußtsein heraus kann
eine professionelle Hilfe stattfinden, die den Helfenden einen
entsprechenden Schutz gibt, sich selbst nicht aufzuzehren. Sie
benötigen dabei genügend Gelassenheit, eigene
Sicherheit,
engagierte Anteilnahme, Verläßlichkeit und Kontinuität. Um
dies
zu unterstützen, bedarf es der Teamarbeit mit den anderen
Mitarbeiter/innen, entsprechender Fortbildungsangebote, kollegialer
Beratung und/oder Supervision. Dabei sind die partnerschaftlichen
Beziehungen leitend für einen unterstützenden Umgang
untereinander.
Prinzipien der Arbeitsorganisation
Kennzeichnend für die Arbeit der FSD sind seine
selbstorganisierten Strukturen. Sie schöpfen Kraft aus den
vertrauensvollen Arbeitsbeziehungen der Beschäftigten
untereinander.
Sie sind gegründet auf den Möglichkeiten, innerhalb der FSD Arbeit
in
größtmöglicher Selbstbestimmung und eigener
persönlicher Initiative zu gestalten. Nur durch das persönliche
Engagement können diese Strukturen überlebensfähig bleiben.
Partnerschaftlichkeit und Übernahme von Verantwortung gehören
dabei zusammen. Es ist Aufgabe der Leitung, die Motivation und
Eigenverantwortung der Beschäftigten zu fördern und für die
Einhaltung der Prinzipien zu sorgen.
Die bisherige Entwicklung
der
FSD ist durch stetes Wachstum und die daraus resultierenden
Veränderungsprozesse gekennzeichnet, die eine große
Flexibilität erforderlich machen. Dabei sind die Strukturen der
Arbeitsorganisation einer stärkeren Funktionalität
untergeordnet worden. Entsprechend sind die Freiräume zur
Entwicklung von Partnerschaftlichkeit immer wieder neu zu
gestalten. Auf den unterschiedlichen Entscheidungsebenen gilt es, das
Prinzip von Teamarbeit zu bewahren. Unter den Anforderungen der sich
vergrößernden und differenzierenden Arbeitsbereiche wird es
zunehmend erforderlich, eine Transparenz der Kommunikations- und
Entscheidungswege herzustellen. Dazu sind auch Ansprechpartner
und
zuständige Gremien zu benennen und vorzustellen, durch die
Möglichkeiten zur Konfliktregelung und Raum für Mitbestimmung
entstehen können.
Der Verein Freie Soziale Dienste Friesland e.V.
bleibt als alleiniger Gesellschafter der gGmbh Wächter und Ideengeber
über die hier beschriebene Firmenphilosophie. In Vertretung
der Mitgliederschaft nehmen dabei der Vorstand und in beratender
Funktion
evtl. ein Beirat eine besondere Rolle ein. Die Geschäftsführung der
gGmbh wird vom Vorstand eingesetzt und trägt die Verantwortung für
die Umsetzung der Firmenziele, der Firmenphilosophie und der wirtschaftlichen
Steuerung.
Um Überschaubarkeit und Transparenz zu
gewährleisten, ist der Betrieb in eigenständige Fachbereiche
aufgegliedert, die jeweils von einer Person verantwortlich geleitet
werden. Die Fachbereiche arbeiten untereinander solidarisch und
begleiten sich gegenseitig in einem regelmäßigen Austausch.
Derzeit
existieren die folgenden vier Fachbereiche:
Krankenpflege/Altenpflege, Psychiatrische
Krankenpflege/Soziotherapie, Eingliederungshilfe für seelisch
Behinderte,
Jugendhilfe.
Die FSD sind weiterhin bestrebt, Arbeitsbedingungen zu
schaffen, die eine berufliche Gleichstellung von Frauen und
Männern ermöglichen.
Kompetenz und Fachlichkeit
Die FSD sind seit ihrer Gründung immer wieder gefordert gewesen,
als Vorreiter neue Wege in besonders schwierigen Pflege- und
Betreuungsituationen zu finden. Aus diesen Anforderungen
unterschiedlicher und spezieller Problemlagen hat sich die Kompetenz für
sehr flexible Leistungen aufgebaut. Gerade die Bündelung und
Förderung unterschiedlicher Professionen und persönlicher
Fähigkeiten in der Arbeit der FSD haben diese Vorreiterrolle bei
Innovationen geprägt.
Was in der Gründungsphase vorrangig
auf
dem persönlichem Engagement basierte, hat sich in den jahrelangen
Erfahrungen professionalisiert. Als besondere Kompetenz ist dabei
fachübergreifend die einzelfallbezogene flexible
Problemlösung gewachsen. In den einzelnen Fachbereichen
gestaltet sich dies auf der Grundlage eines fundierten Fachwissens. Besonders
die Weiterbildung und Fortbildung der Mitarbeiter/innen hat einen hohen
Stellenwert. Davon profitiert die alltägliche Arbeit in einer
zunehmenden
Professionalität.
Vernetzung
Die FSD sind in den jeweiligen Fachbereichen gefragte Partner bei der
Weiterentwicklung von neuen Konzeptionen. Im Austausch mit den
unterschiedlichen Personen, Einrichtungen und Diensten geschieht eine
intensive Vernetzung in der fachlichen Diskussion. Auch in der
praktischen Arbeit wird jeweils versucht, mit der Unterstützung
von
anderen Professionen und den Kompetenzen anderer Einrichtungen die
Hilfeleistungen im jeweiligen Einzelfall zu verbessern und zu
ergänzen.
Die FSD engagieren sich hier auf unterschiedlichen
Ebenen
für eine Verbesserung der Angebote und der Arbeitsbedingungen in
Pflege und Sozialarbeit. Dabei sind die FSD in den jeweiligen
Fachbereichen Mitbewerber in einem sich an Marktgesetzen
orientierenden Wettbewerb.
Ausblick
Wir wünschen uns, daß uns die Spannung zwischen einem hohen
Anspruch und den Marktgesetzen nicht aufreibt und müde
macht.
Wir wünschen uns und allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, die sich für menschenwürdige
Lebens-
und Arbeitsbedingungen einsetzen, die nötige Phantasie, den nötigen
Mut und manchmal auch die nötige Gelassenheit, um mit Freude bei der
Sache
bleiben zu können und aus dem Alltag heraus, den Blick immer wieder nach
vorne zu richten.
|